Kleine Galerie

Neues Leben in der Rosettistube

Bianca Burow überzeugt mit ihrer Kleinen Galerie

320 Jahre alte Handgetriebene Barocknägel, ins Holz geschlagen und kunstvoll präsentiert, Wandbilder beeindrucken in ihrer Schlichtheit und Schönheit, Miniaturen laden zum Verweilen und Betrachten ein – eine Ausstellung, wie sie in Kunstgalerien der Metropolen platziert hätte sein können.

Aber die Kleine Galerie befindet sich nicht in Hamburg oder Berlin, ganz bewusst hat Bianca Burow für ihre Kunstausstellung Ludwigslust gewählt.

Eine Gruppe Frauen betritt das Atelier. Sie sind auf Erkundungstour in Ludwigslust, haben das Atelier bei ihrem Spaziergang zum Ziel gemacht. Neugierig betrachten sie die Zeichnungen, die eine ganz eigene Faszination auf die Frauen ausüben. Bianca Burow steht den Frauen zur Seite und erklärt ihre Arbeiten, findet für alle Fragen der Frauen die richtige Antwort. Mit ihrer zurückhaltenden Freundlichkeit strahlt sie eine charmante Sympathie aus.

Ihr fachliches Handwerk hat sie an der Berufsfachschule in Berlin erlernt, wo sie ihren Abschluss als Grafikdesignerin machte. Ende der 90er Jahre besuchte sie in Hamburg ein Seminar für Modezeichnen nahm erfolgreich am Internationalen Comic-Salon in Erlangen teil. Dort durfte sie anschließend eine Ausstellung eigener Cartoons gestalten. 2011 dann eine Hospitanz im dpa-Landesbüro Nord Hamburg.

Beruflich war sie fünf Jahre als Freelancer für Werbeagenturen und Verlage tätig, wurde dann 1995 Art-Direktor beim Axel Springer Verlag in Hamburg und ist nun seit 2007 als Künstlerin selbstständig. Ihr Weg hat sie nach Mecklenburg geführt, sie hat sich in einem kleinen Herrenhaus ein Atelier eingerichtet und in Ludwigslust die Rosettistube zur Kleinen Galerie umgestaltet. Auch dort malt sie hin und wieder, an den Wochenenden, wenn mal keine Besucher da sind.

Die Frauen schauen ihr interessiert zu, wie sie den Pinsel führt, wie sie die Farbe aufträgt. Sie sprechen über die ausgestellten Arbeiten, obwohl Bianca Burow zu den Arbeiten eigentlich nicht viel erklären muss, die Bilder sprechen für sich.

Menschen in Form figürlicher Zeichnungen und Skizzen, flüchtige Momente, Begegnungen und Körpersprache skizziert sie als figurine Schnappschüsse. Die dargestellten Momentaufnahmen werden durch eine spontane Linienführung mit dem Pinsel lebendig und regen den Betrachter zu eigenen Interpretationen an. Ihr Lieblingswerkzeug ist der Pinsel mit chinesischer Tusche auf Aquarellkarton. Ausgewählte Stellen sind mit Blattgold belegt und verleihen eher alltäglichen Szenen den Hauch einer gewissen Exclusivität.

Als neuen Malgrund hat sie gehobeltes oder geschliffenes Eichenholz für sich entdeckt. Das Holz dazu findet sie in ihrem kleinen Waldstück nahe des Herrenhauses. Es unterstreicht die pure und lebendige Maserung der Figuren nahezu perfekt.

Die Kleine Galerie ist eine Verkaufsausstellung mit wechselnden Exponaten. Es lohnt sich also immer mal wieder, dort vorbei zu schauen. Mittlerweile hat sie einige Stammgäste, die einfach mal vorbeischauen und fragen „Gibt´s was Neues?“ … und vielleicht kommen auch die Frauen bei ihrem nächsten Spaziergang wieder vorbei.