Sehenswertes

Mineralienmalerei in der Kunststube

 

Dem Künstler über die Schulter geschaut

Man sollte schon etwas Zeit mitbringen, wenn man der Kunststube von Jörg Thomas und Andrée Roth einen Besuch abstattet. Vieles gibt es zu Sehen: eine schier unendliche Anzahl wunderbarer Mineralien und offener Drusen. Und Bilder, auf denen die Mineralien so wunderbar dargestellt sind, dass man zweimal hinschauen muss, um sie nicht für Fotos zu halten.

Schnell kommt man mit Jörg Thomas ins Gespräch. Mineralien haben es ihm und seiner Lebensgefährtin Andrée Roth angetan. Er sammelt sie und er malt sie und er redet gerne über das, was er tut.

Es macht einfach Spaß, sich mit ihm zu unterhalten. Gerne erzählt der gebürtige Randberliner, der seit etwa 2014 wieder in Ludwigslust lebt, von seiner Leidenschaft; vom Sammeln der Mineralien und vom Malen. Seine Bilder werden ausschließlich mit Pastellstiften gezeichnet. Nur so kann er eine bisher einmalige Lebendigkeit und Tiefe in seine Bilder bringen. Mittlerweile zählt er zu den besten Mineralienmalern weltweit. Gerne darf man dem Künstler bei der Arbeit über die Schulter schauen; er erklärt, führt vor und lädt ein, selber auszuprobieren.

Öffnungszeiten gibt es in der Kunststube nicht. Wenn die beiden zu Hause sind, ist jedermann zu jederzeit herzlich willkommen. Am Wochenende wird die Aufmerksamkeit der Besucher durch den großen gelben Schirm, bekannt von der Aktion „Kunst offen“ und einen Aufsteller auf die Kunststube gelenkt. Dem gelben Schirm hat Jörg Thomas übrigens noch eine ganz eigene Note gegeben, er fügte ein Wort hinzu und so wurde aus der Aufschrift „Kunst offen“ kurzerhand „Kunst Stube offen“.

Und offen ist die Kunststube seit Pfingsten 2015. Bis Ende August sind mehr als 1.200 Besucher neugierig geworden und haben den Weg in die Kunststube gefunden. Dabei, so Jörg Thomas, hat er nur die gezählt, die auch durch das Tor kamen, die Zaungucker hat er nicht mitgerechnet. Und es bleiben viele am Zaun stehen, schauen neugierig, was es auf dem Hof  zu sehen gibt. Aber genauso viele Menschen gehen durch das kleine Tor, um die Neugierde zu stillen.

Ein Hof mit Wohnstubengefühl, liebevoll gestaltet, scheinbar wild wachsende Pflanzen, aufgereihte Bilder, ein Regal mit wunderschönen Mineralien. Eine kleine Werkstatt, ein kleines Atelier. Und mitten drin Jörg Thomas und Andrée Roth, stets ein paar Gäste und das Stück „Selbstgebacken“ mit einer Tasse Kaffee sind auch zu haben.

Jörg Thomas lebt für seine Mineralien und die Mineralienmalerei. Ihm zur Seite seine Lebenspartnerin Andrée Roth. Für viele seiner Bilder gestaltet sie die Hintergründe. Andrée hat sich auf die Arbeit mit Kindern spezialisiert. So hat sie Vorlagen erarbeitet, in denen Kinder dann selbst Quarzitos, Calcitos und Pyritos ausmalen können. Kindegruppen bis max. 10 Kinder sind jederzeit herzlich willkommen.

Und wenn Jörg Thomas und Andrée Roth mal nicht in der Kunststube anzutreffen sind, dann sind sie wahrscheinlich auf einer der zahlreichen Mineralienmessen vertreten. Mittlerweile erhalten sie auch Einladungen zu internationalen Mineralienmessen, um dort ihre Bilder vorzustellen.

Oder aber sie ziehen los mit Stiefeln, Arbeitsschutzkleidung und Werkzeug und machen sich in den Steinbrüchen bei Idar-Oberstein, in Flechtingen, in Rheinland-Pfalz oder auch in Belgien auf die Suche nach immer neuen, noch viel schöneren Mineralien. Sylvia Wegener, Büro des Bürgermeisters, 28.08.2015