Sehenswertes

Schlosspark

Hohe Ehrung für den Schlosspark

Platz 2 des Europäischen Gartenpreises 2016

Am 9. September 2016 wurde in Schloss Dyck (Jüchen) zum siebten Mal der Europäische Gartenpreis des EGHN und der Stiftung Schloss Dyck mit Unterstützung der Baumschule Lorenz von Ehren verliehen. In der Kategorie 1 wird die beste Weiterentwicklung eines historischen Parks oder Gartens bewertet. Der Ludwigsluster Schlosspark konnte sich in dieser Wertung gleich hinter den Hestercombe Gardens in Taunton (GB) auf Platz zwei behaupten. Der Ludwigsluster Schlosspark erfuhr damit eine Wertung, die der Entwicklung in den vergangenen Jahren gerecht wird.

Schlosspark (22)
© Stadt Ludwigslust

Ein Spaziergang durch einen der größten und schönsten Landschaftsparks Mecklenburgs ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Der Ludwigsluster Schlosspark beeindruckt nicht nur durch seine künstlerische Gestaltung und Artenvielfalt sondern durch die Harmonie und Ruhe, die er ausstrahlt.
Mit dem Bau des Jagdschlosses wurde in den Jahren 1731 – 1735 auch ein erster kleiner Park angelegt. Dieser wurde ständig erweitert, nach und nach kamen die verschiedensten Bauwerke hinzu.

Der Ludwigsluster Schlosspark umfasst eine Fläche von ca. 120 ha und ist damit der ausgedehnteste Landschaftspark Mecklenburgs. Zu allen Jahreszeiten lädt der Schlosspark zu weitläufigen Spaziergängen ein und bietet dem Besucher immer wieder einen wundervollen Ausblick über weite Wiesen, spiegelnde Wasserflächen und eine Vielzahl von alten und seltenen Bäumen und Ziersträuchern, wie z.B. Sumpfzypressen, Mammut-, Schneeglöckchen- und Urweltmammutbaum oder Magnolien.

Der barocke Park wurde zur Zeit des Baus des kleinen Jagdschlosses unter Christan Ludwigs II. in den Jahren 1731 – 1735 angelegt. Da in dieser Gegend kaum Wasser für solch einen großen Park zur Verfügung steht, wurde 1756 – 1760 ein 28 km langer Kanal erbaut, der das Wasser für die Wasserspiele und die vor dem Schloss befindlichen Kaskaden heranführt. Alle Wasserspiele des Schlossparkes erhalten den nötigen Druck durch das natürliche Gefälle des Kanals.

Der Schlosspark wurde immer wieder vergrößert. Seine größte Umgestaltung erfuhr er durch den preußischen Gartendirektor Peter Joseph Lenné in der Mitte des 19. Jahrhunderts von 1852 – 1860. Doch nicht nur die Flora des Schlossparkes ist sehenswert; auch eine Reihe von Bauwerken im Park lassen den Besucher staunen.

Rasenparterre

Die Geschichte Ludwigslusts beginnt mit Herzog Christian II. Ludwig (1683-1756). Der leidenschaftliche Jäger und Kunstsammler ließ sich 1731-1734 in den wildreichen Wäldern von Klenow ein einfaches Fachwerk-Jagdschloss bauen (auf dem heutigen Schlossplatz, in den 1770er Jahren abgetragen). Dem gab er am 21. August 1754 den Namen "Ludwigs-Lust". Hinter dem Jagdschloss war ein barocker, d.h. geometrisch abgezirkelter Garten angelegt; er entsprach dem heutigen Rasenparterre und war, als Abbild des biblischen Paradiesgartens, durch eine Hainbuchenhecke von der umgebenden Wildnis deutlich abgeschirmt. Wasserbehälter oben im Fontänenhaus (heute Natureum) speisten hoch aufschießende Fontänen (wo jetzt die Zinkgussvasen stehen).

Lindenallee

Nach Westen öffnete sich der eingehegte Barockgarten mit der schnurgeraden Lindenallee hin zum Herzoglichen Festplatz und weiter zu den Jagdgebieten. (Gleich rechter Hand steht die Büste des unglücklichen Großherzogs Friedrich Franz III., 1851-1897. Die Büste stand ursprünglich vor dem Kali-Bergwerk in Lübtheen und wurde nach dessen Stilllegung hierhin "entsorgt".)

Teepavillon

Auf halbem Wege kreuzte die Lindenallee eine Querspange, mit links und rechts je einem Chinesischen Teepavillon. Der rechte ist verschwunden, der linke steht im heutigen (erst um 1850 angelegten) "Blumengarten". Die Pavillons waren ein Produkt der China-Mode in der Mitte des 18.Jh., als Porzellan, Tee, Seide, Wandbespannungen, Gewürze u.a. begehrte China-Importe waren. Dazu kam, dass Herzog Christian Ludwig über Holland enge persönliche Kontakte nach Fernost pflegte.

Festplatz

Die Lindenallee führt auf den Herzoglichen Festplatz. Der war nach Süden (wo heute die Kath. Kirche steht) und nach Norden (Beginn des Johannisdamms) von Pavillons mit den herzoglichen Kunstsammlungen eingefasst. Dazwischen war Platz für höfische Feste, Sport und Spiel (was im Barockgarten hinter dem Schloss wegen der kleinteiligen Bepflanzung nicht möglich war). Vom Festplatz geht der Johannisdamm geradeaus als Sichtachse nach Westen. Am Namenstag des Heiligen Johannes des Täufers (24. Juni) geht die Sonne exakt am Ende der Schneise unter; daher der Name. Den Damm begleiten zwei Kanäle, die ehemals den Wasserstand im gesamten Park regulierten: rechts "die Faule", aus den Teichen kommend; links "die Fleißige", aus dem Hauptarm des Kanals kommend.

Katholische Kirche

Christian Ludwigs Sohn und Nachfolger Friedrich der Fromme (1717-1785) zog mit dem Hof von Schwerin nach Ludwigslust in die Waldeinsamkeit und baute hier seine Residenz. Sobald die protestantische Hofkirche (Stadtkirche) fertig war, holte er seine berühmte Hofkapelle nach. Im Umkreis dieser, aus ganz Europa angeworbenen Musiker entstand allmählich eine kleine katholische Gemeinde - im streng protestantischen Mecklenburg! Erst unter Friedrichs Neffen und Nachfolger, dem liberalen Friedrich Franz I. (1756-1837), war es den Katholiken erlaubt, eine eigene kleine Kirche zu bauen. 1803 schenkte Friedrich Franz I. ihnen die "Kircheninsel", wo vormals die Kunstpavillons Christian Ludwigs standen. (Nach Fertigstellung des Sandstein-Schlosses war die Kunstsammlung längst dorthin in die große Galerie verlegt worden.) Die Kirche wurde der Heiligen Helena geweiht (Mutter des römischen Kaisers Konstantin), ist aber auch als Gedenkstätte für die beliebte Erbprinzessin und Zarentochter Helena Paulowna zu verstehen, die 1803 mit nur 18 Jahren starb und für die gleichzeitig das orthodoxe Helenen-Paulownen-Mausoleum gebaut wurde. - Katholizismus war aus Mecklenburger Sicht eine veraltete Religion; so sollte Hofbaumeister Heinrich von Seydewitz eben auch eine Kirche im veralteten Stil bauen, nämlich nach Art der Gotik aus der Zeit vor Martin Luthers Reformation. Was vielleicht verächtlich gemeint war, traf jedoch voll den Zeitgeist der Romantik; und als die Kirche, nach den ersten Wirren der Napoléon-Zeit, 1809 geweiht werden konnte, wurde sie zum Ausgangspunkt der Welle der Neugotik in Deutschland. Diese neu-gotische Kirche enthält im Innern zwei echt-gotische Schätze: Die beiden "Apostelfenster" hinter dem Altar sind allerfeinste Hochgotik aus dem 14. Jahrhundert; sie stammen aus dem alten Hamburger Dom, der seit 1804 gerade abgerissen wurde. Und der geschnitzte Altaraufsatz ist Teil des ehemaligen Levitenstuhls aus dem Doberaner Münster; das Holz konnte auf 1317 datiert werden.

Helenen-Paulownen-Mausoleum

Für Januar 1799 erhielt der Ludwigsluster Erbprinz Friedrich Ludwig (1778-1819) eine Einladung zur Brautschau nach St.Petersburg. Dort wartete die Zarentochter Alexandra, die nach nur zehntägiger Verlobungszeit vom schwedischen König Gustav IV. rüde sitzengelassen worden war und die nun irgendwo untergebracht werden musste. Friedrich Ludwig sah sich das milliardenschwere arme Mädchen an - und verliebte sich auf der Stelle unsterblich: in ihre 14-jährige Schwester Helena. Das war die ganz große Liebe. Da mochte sich Zar Paul noch so sträuben, er musste seine Lieblingstochter schließlich ziehen lassen: vom glanzvollen St.Petersburg (mit 15.000 Lakaien und Hofbediensteten) in die Waldresidenz Ludwigslust (mit kaum 1.500 Einwohnern). Mecklenburg hatte sein Traumpaar. Aber schon nach vier Jahren war das Glück vorbei: Die vielgeliebte Helena starb 1803 mit nur 18 Jahren an einer Lungenkrankheit. Statt einer orthodoxen Kirche, die man ihr bauen wollte, musste man nun schnell ein Mausoleum bauen. Die Pläne für den klassizistischen Bau lieferten die Architekten Joseph Christian Lillie und Joseph Ramée. Das Innere des quadratischen Hauptraums füllte eine Rotunde aus gelbem Marmor aus, darüber eine blaue Kuppel mit goldenen Sternen. In der Mitte stand der Sarkophag der Zarentochter. Später wurden weitere Sarkophage dazu gestellt: für die zweite Frau des Erbprinzen, Caroline aus Sachsen-Weimar; für den Erbprinzen Friedrich Ludwig selbst; und für die dritte Frau des Erbprinzen, Auguste aus Hessen-Homburg. Doch später, 1897, ließ Großherzog Friedrich Franz III. die Rotunde samt Kuppel ausbauen und die Sarkophage seitlich im Boden versenken. Der Raum wurde zu einer dreischiffigen Basilika mit angebauter Altarnische (Apsis) umgestaltet, um vor dem Altar Platz zu schaffen für die (ebenfalls versenkten) Särge Friedrich Franz' III. und seiner Frau Anastasia. So ist das Mausoleum heute ein leerer Raum.

Puschkin-Grab

Nach Napoléons katastrophaler Niederlage vor Moskau im Winter 1812 begann die Erhebung der europäischen Völker gegen die französischen Besatzer. Bei der Befreiung Lüneburgs am 2. April 1813 wurde der kaiserlich-russische Major Graf Mussin Puschkin schwer verletzt. Bevor er im Lazarett in Boizenburg starb, war sein letzter Wunsch, in russischer Erde begraben zu werden. Das war kaum machbar; aber hier in Ludwigslust, hinter dem Helenen-Paulownen-Mausoleum mit seiner russisch-orthodoxen Kapelle, fand man dann doch eine würdige Begräbnisstelle für ihn. Ein junger Hofgärtner namens Menck hob das Grab aus; es wurde mit einer schlichten Sandsteinplatte abgedeckt. 50 Jahre später gab es eine Gedenkfeier zu Ehren des russischen Helden, der (wie es jetzt hieß) im Kampf gegen den deutschen Erzfeind Frankreich gefallen war, und Großherzog Friedrich Franz II. stiftete ein eisernes Gitter um die Grabstelle herum. Der inzwischen hochbetagte Hofgärtner Menck war nicht vergessen; er durfte daran mitarbeiten und erhielt ein jährliches Gnadengeld.

Steinerne Brücke, Wallanlagen und "Mönch"

Als Friedrich der Fromme sich entschlossen hatte, seine Residenz von Schwerin in das abgelegene väterliche Jagdschloss "Ludwigs-Lust" zu verlegen, ließ er als erstes das Kanalsystem bauen (1756-1760): 28 km lang von der Stör zur Rögnitz, mit 14 m Gefälle. Direkt vor dem damaligen Jagdschloss entstand das Meisterwerk der Kaskaden. Von dort geht der Kanal mit Fontänen ("Wassersprüngen") und Wasserfällen durch den Wald und nutzt dabei als Trasse den ehemaligen väterlichen Jagdweg, der zum Jagdstern der "14 Alleen" führte. Das Kanalsystem prägt seitdem den einmaligen Charakter des Schlossparks. Die Steinerne Brücke wurde 1780 von Hofbaumeister J.J.Busch anstelle einer älteren Holzbrücke gebaut. 1980 zerstörte eine umstürzende Buche Brücke und Schmuckvase; durch hartnäckiges Bürger-Engagement konnte jedoch beides wiederhergestellt werden. Die Wallanlagen zu beiden Seiten des Kanals bis hin zur "Mönch" genannten Fontäne wurden 2014 mit Rasenbänken, Treppenaufgängen und Baumreihen so erneuert, wie es auf alten Stichen überliefert ist.

Kaisersaal

Rechts abseits vom "Mönch" ist neuerdings die verkürzte Replik eines sog. Kaisersaals von 1760 zu erleben. Da ist weder Kaiser noch Saal, aber ehedem war hier eine Art Freilicht-Installation mit links und rechts jeweils 12 Büsten römischer und deutscher Kaiser angelegt. Die Büsten waren nicht aus Marmor, wie vergleichbare Sammlungen in vielen anderen Parkanlagen; sondern sie waren aus dem hiesigen Ludwigsluster Pappmaché, d.h. empfindlich gegen Stoß und Schlag. Sie wurden um 1865 durch Schmuckvasen in der heutigen Form ersetzt. Und dann geriet der Kaisersaal in Vergessenheit. Jetzt ist er also wieder da.

Louisen-Insel

Auf dem Weg weiter Richtung Schweizerhaus ist linker Hand auf einer kleinen Insel im Louisen-Teich eine hochgestellte Marmorvase zu erkennen. Sie wurde 1805 dort aufgestellt, zur Erinnerung an zwei allzu früh verstorbene Prinzessinnen: Louise (1779-1801) und Helena Paulowna (1784-1803). Louise, eine Tochter des Herzogs Friedrich Franz I., war seit dem 1. Nov.1795 mit dem schwedischen König Gustav IV. verlobt, war also die designierte Königin von Schweden. Sie musste aber aus der Zeitung erfahren, dass ihr Verlobter sich im Sept. 1796, auf Druck der Zarin Katharina d. Großen, mit deren Enkelin Alexandra von Russland verlobt hatte. Louise brach darüber zusammen und war seitdem schwer magersüchtig. Um sie dem Gespött der Welt zu entziehen, wurde sie gegen ihren Willen mit einem brutal-transvestitischen Vetter aus Gotha-Altenburg verheiratet. Sie starb, nach einem kurzen Leben ohne Liebe, bei der ersten Geburt an "Auszehrung" und liegt in Gotha begraben. (Das Kind, ein Mädchen, überlebte und war dann die Mutter von Prinz Albert, Ehemann von Queen Victoria, also Ahnherrin der heutigen Royals.)

Das Denkmal auf der Louisen-Insel erinnert gleichzeitig an die von allen geliebte, mit 18 Jahren an Schwindsucht verstorbene Zarentochter und Erbprinzessin Helena Paulowna, die im Helenen-Paulownen-Mausoleum bestattet liegt.

Die Mutter bzw. Schwiegermutter der beiden Prinzessinnen, Herzogin Louise (Gattin von Friedrich Franz I.), die sich viel ins Schweizerhaus zurückzog, wollte von dort aus immer den Gedenkstein im Auge haben, der sie an die so unterschiedlichen, aber doch gleichermaßen traurigen Schicksale der beiden erinnerte. Ihr eigenes Leben, an der Seite ihres lebens- und liebeslustigen Gatten, war wohl auch nicht das große Glück.

Schweizerhaus

Im Geiste des französischen Philosophen J.J.Rousseau wurde das Waldgebiet westlich der Hofdamenallee um 1790 als eine Art Dorf-Landschaft in den Schlosspark einbezogen. Baumeister J.J.Busch errichtete drei sog. Schweizerhäuser inmitten von Wiesen und Hausgärten; das größere hier wurde der Lieblingsaufenthalt der schwergewichtigen Herzogin Louise. Als sie 1808 starb, wurde sie, ihrem ausdrücklichen Willen entsprechend und gegen alle Konvention, am Schweizerhaus unter einem ihrer geliebten alten Bäume bestattet. - Nach ihrem Tod hatte das Gebäude dann eine sehr wechselvolle Geschichte.

Friedrich-Denkmal

Jetzt geht es über die Hofdamenallee. Damit hatte Friedrich der Fromme den alten Barockgarten nach Norden hin geöffnet, für eine schnelle Verbindung nach Schwerin. Das Waldgebiet östlich dieser Hofdamenallee wurde ab 1785, gleich nach Friedrichs Tod, in den Schlossgarten einbezogen, und zwar im neuen englischen Stil, mit lockerem Baumbestand und antibarock-ungeometrischen Wegen. Hier wurde dem Residenzgründer Friedrich dem Frommen im Jahr 1790 ein Denkmal im sentimentalen Geschmack der Zeit errichtet. Der alte Rudolph Kaplunger, der sein Leben lang für Friedrich und die Residenz tätig war, wurde noch einmal mit der Gestaltung beauftragt.

Grotte

Diese "mittelalterliche" Burgruine ist nie eine Burg gewesen, sie wurde 1788 gleich so als Ruine gebaut: als Kulisse für romantische Nächte, umgeben vom leisen Schauer der Vergänglichkeit. Unter dem Hügel befand sich, ganz praktisch, ein Eiskeller, in dem man Eis von den umliegenden Teichen bis weit in den Sommer hinein einlagern konnte. - Es geht zurück über die Hofdamenallee zum Louisen-Mausoleum.

Louisen-Mausoleum

Als Herzogin Louise, Gattin von Friedrich Franz I., 1808 starb, war es ihr ausdrücklicher Wunsch, nicht im Schweriner Dom oder an anderer repräsentativer Stelle bestattet zu werden, sondern unter einem ihrer geliebten alten Bäume neben dem Schweizerhaus. Das musste dann wohl so sein, auch wenn es (damals) gegen alle Konvention war. Nach zwei quälenden Jahren entschied sich ihr Witwer dann aber doch, seiner verstorbenen Frau vom jungen Baumeister Barca ein würdiges Mausoleum bauen zu lassen. Und am 4. Nov. 1810 wurde Louise, gegen ihren Willen also, aber ganz standesgemäß in ihr Mausoleum umgebettet. Als Friedrich Franz nach der feierlichen Zeremonie als Letzter das Mausoleum verließ, soll er seiner toten Frau hoch zufrieden zugerufen haben: "Sü so, Lowising, nu hebben wi di doch beluert." ("Siehst du, Louise, jetzt haben wir dich doch noch ausgetrickst.")

Das Herzogspaar hatte (nach zwei Totgeburten) sechs Kinder. Tochter Louise liegt in Gotha bestattet, Tochter Charlotte in Rom. Der Erbprinz Friedrich Ludwig liegt bei seinen drei Frauen im Helenen-Paulownen-Mausoleum. Seine drei Brüder (Gustav, Karl, Adolf), die mangels Geld oder mangels Interesse unverheiratet geblieben waren, liegen hier im Louisen-Mausoleum bei Ihrer Mutter.

Lügenbrücke

Schade! Alter und Vandalismus machten es erforderlich, dass die alte Brücke hier ersetzt werden musste. Die neue ist zwar eine originalgetreue Nachbildung, nur sie knarrt nicht mehr, wenn jemand mit einer Lüge im Herzen darüber geht. Der Name "Lügenbrücke" ist also nur noch eine Erinnerung.

Jagdstern - "14 Alleen"

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© Stadt Ludwigslust

Der Ludwigsluster Jagdstern wurde in den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts auf Anordnung von Christian Ludwig II. westlich seines Jagdhauses angelegt.

Die Alleen führen durch feuchte Gebiete, wie Brüche und Kolke mit Erlenbewuchs, und trockenere Horste mit überwiegend Nadelholz. Der Stern hat mit seinen Alleen eine Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 5 km und eine Ost-West-Ausdehnung von ca. 6 km.
Dabei herrschen im engeren Sternbereich um die Insel feuchte bis nasse Waldreviere vor; im weiteren Sternbereich dagegen nehmen die Wiesenflächen zu. Diese feuchten Niederungen sind reich an Wild. Die Alleen wurden als ungewalzte Jagddämme mit beidseitigen Entwässerungsgräben gestaltet.
1756 band Herzog Friedrich den Ludwigsluster Kanal in den Jagdstern an.
Große Teile des Erlenbruchwaldes sind heute wertvolle Biotope, die gesetzlichen Schutz genießen. Heute passt sich die naturnahe Forstwirtschaft diesen Verhältnissen an. Die Stadt Ludwigslust hat in diesem Bereich einen Waldlehrpfad angelegt.

Was ist ein Jagdstern?

Während des Barock (17./ 18. Jahrhundert) wurde das Jagdrevier durch ein in der Regel 6 bis 10 strahliges Schneisensystem (Stern) erschlossen. Diese Schneisen gingen von einem rundlichen Mittelpunkt (Rondell) aus und teilten den Wald in keilartige Stücke auf. Auf dem Rondell wurde häufig ein Jagdschloss als Mittelpunkt des Jagdreviers oder ein Schießstand errichtet, von dem das Wild mühelos allseitig bejagt werden konnte. In der Nähe des Jagdschlosses befanden sich kleine Pavillons für Wirtschaftszwecke und Unterkünfte. Auf den Schneisen konnte der Jagdherr währen der Parforcejagd mit seinem Wagen rasch und bequem in alle Himmelsrichtungen gelangen. Der Wald war für ihn übersichtlich gegliedert. Die Anlagen von 14 in den Wald gehauenen Schneisen nahm man ab den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts vor. In Deutschland sind wahrscheinlich keine weiteren Jagdsterne solchen Ausmaßes bekannt.

Was ist unter einer Parforcejagd zu verstehen?

Die Parforcejagd entwickelte sich im 18. Jahrhundert aus der Hetzjagd. Wild (Rot- und Schwarzwild) wurde von berittenen Jägern (Pirsch- und Schießpferd) mit Hunden solange über weite Strecken gehetzt, bis es sich ermüdet stellte; dann wurde es durch eine Kugel in den Kopf oder einen Stich ins Herz getötet.

Im 18. Jahrhundert soll es in Deutschland 10 Parforce-Jagdausrüstungen gegeben haben. Darunter befand sich die Mecklenburg-Schwerinsche. Die Jagdausübung wurde als Regal (Hoheitsrecht) erklärt und stand damit auch nur allein den Landesherren zu.
Die barocke Jagdleidenschaft war geprägt vom bunten sowie wilden Treiben und der Jagdgrausamkeit. Der Jagdherr legte große Trophäensammlungen an und schmückte damit sein Jagdhaus aus.

Quelle: „Kulturhistorische und landschaftsökologisches Nutzungskonzept der Sterninsel mit den 14 Alleen im Ludwigsluster Landschaftspark“, (2001) Diplomarbeit an der Universität Rostock, Frau Dipl. Ing. Heidrun Almasi.