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21.03.2017

TAV

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© Stadt Ludwigsluwt, SW

Geboren wurde die Idee auf einer Einwohnerversammlung. Techentiner Bürger waren bekundeten Ihr Interesse, einmal mit eigenen Augen die Produktionsprozesse in der Thermischen Abfallverwertungsanlage im Stüdekoppel sehen zu dürfen. Andreas Rosemann, einer der beiden Geschäftsführer ließ sich nicht lange bitten und lud die Bevölkerung zum Besichtigungstermin.

Sichtlich erfreut war er über die Resonanz, etwa 120 Menschen kamen am Samstag, den 18. März zur Besichtigung. Nach einer kurzen Begrüßung für alle, führten die Mitarbeiter der TAV die Besucher in kleinen Gruppen durch die Anlage.

So begann der Rundgang direkt an dem Müllbunker. Sicherlich, für empfindliche Nasen war diese Station nichts, trotzdem war der Blick dort hinein interessant. Ein funkferngesteuerter Radlader arbeitete darin wie von Geisterhand gesteuert. Seine Aufgabe: den hier ankommenden Müll ständig der Verbrennung zuzuführen. Kontrolliert und gesteuert wird der Radlader von einem Kollegen im Kontrollraum.

In der Müllverbrennungsanlage werden die Haus- und Gewerbemüllabfälle aus dem Landkreis Ludwigslust – Parchim energetisch verwertet, das heißt, der brennbare Anteil des Abfalls wird zur Energiegewinnung verfeuert. Rüdiger Balzer, der seine Gruppe souverän durch die Anlage führte, brachte es auf den Punkt: „Wir heizen mit Müll und Luft“.

Die bei der Verbrennung frei werdende Energie wird zur Stromerzeugung genutzt. In der TAV beläuft sich die produzierte Energiemenge auf 2.500 kw je Stunde. Für den Eigenbedarf werden je Stunde 500 kw benötigt, der Rest wird ins öffentliche Netz eingespeist. Das ist immerhin soviel, dass 4000 Haushalte in Ludwigslust und Umgebung mit Strom versorgt werden können.

Im Inneren der Anlage erklärte Rüdiger Balzer die vielschichtigen Prozesse und Filter zur Reinigung, die nötig sind, um die Rauchgase von Schadstoffen zu befreien. Auch ein Blick in das Herz der Anlage, den Verbrennungsofen war Teil des Rundgangs. Die Hauptverbrennung erfolgt hier bei 850 Grad. Ein Treppenrost befördert das Verbrennungsgut, vier verschiedene Rostzonen gibt es, in denen unterschiedliche Temperaturen herrschen. Je nach vorhandenem Müll werden automatisch unterschiedliche Verbrennungsprogramme gefahren. Mitarbeiter kontrollieren die Prozesse und können bei Bedarf jederzeit eingreifen.

Am Ende des Prozesses fallen die Verbrennungsrückstände in ein Wasserbad und werden zum Schlackebunker transportiert. Aus der Schlacke werden weitere Wertstoffe abgetrennt, Verwendung findet die Schlacke dann im Straßenbau.

Die TAV im Stüdekoppel ist 2005 in Betrieb gegangen. Bereits vor den ersten Planungen, so Andreas Rosemann, hat man den im Landkreis anfallenden Müll analysiert: wieviel Hausmüll, wieviel gewerblicher Müll? Um welche Art Müll handelt es sich? Aus den Ergebnissen wurde dann der Heizwert ermittelt und daraus die Anlage konzipiert. Die TAV unterliegt strengen Umweltauflagen, denen sie gerecht werden muss.

Heute beschäftigt die zur Alba-Gruppe gehörende TAV 21 Mitarbeiter. 50.000 t Müll werden hier jährlich verbrannt.

Den Besuchern hat der Tag interessante Einblicke in die Arbeitsweise der TAV vermittelt. Die beiden Geschäftsführer der TAV, Andreas Rosemann und Rainer Wiedenbröker standen nach den Rundgängen für alle Fragen zur Verfügung, eine im Festzelt installierte Präsentation zeigte übersichtlich das Wirkprinzip der Anlage. Kaffee und Bratwurst zur Stärkung und ein kleines Geschenk an die Besucher als Dankeschön für das Interesse mit auf den Heimweg. Sylvia Wegener, Büro des Bürgermeisters, 20.03.2017

Service der TAV - Sperrmüllannahme

Sperrmüll aus Privathaushalten kann kostenfrei bei der TAV abgeliefert werden.
Montag - Freitag von 7.00 – 16.00 Uhr