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19.07.2016

Wildfruchtnutzung - Sanddorn

Sanddorn Förderbescheid
© Stadt Ludwigslust

Am Dienstag, den 28.06.2016 übergab Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V in der Orangerie des Schlosses Ludwigslust einen Förderbescheid in Höhe von 982.000€ an die LMS Agrarberatung für das Projekt „Wildfrüchte“. Ziel des Vorhabens ist, Auswirkungen neuer Pflegemaßnahmen auf den Ertrag zu erfassen sowie das Anbauportfolio heimischer Betriebe durch neue Wildobstarten zu erweitern. Das Projekt wird über eine Fördermaßnahme unterstützt, die erstmals im ELER-Programm 2014-2020 angeboten wird: Die Europäische Innovationspartnerschaft Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (EIP-AGRI).

„Das Vorhaben wird gerade deshalb in M-V umgesetzt, weil insbesondere der Anbau von Sanddorn in unserem Bundesland eine lange Tradition hat. Insgesamt werden hierzulande rund 200 ha Sanddornplantagen bewirtschaftet“, betonte der Minister. Die Ludwigsluster Sanddorn Storchennest GmbH ist mit rund 120 ha Sanddornplantagen der bundesweit größte Anbieter. Die erste Zuchtsorte Leikora wurde 1979 zugelassen. „Bis zum heutigen Tag jedoch ist Sanddorn eine Kultur, die einen starken Wildfruchtcharakter bewahrt hat und züchterisch noch vielfach bearbeitet werden muss“, sagte er weiter.

Im Projekt soll in unterschiedlich alten Sanddornbeständen geprüft werden, wie sich verschiedene Pflegeschnittmaßnahmen auf das Wachstum und die Fruchtqualität auswirken. Bisher wird im Sanddornanbau auf strauchgestaltende Schnittmaßnahmen verzichtet. Praxisüblich ist ausschließlich der Ernte-Rückschnitt. Auch soll eine Studie über den Sanddorn und weitere Wildfrüchte erstellt werden, die über das Potenzial für eine rentable Nutzung verfügen. Im Fokus stehen unter anderem die Apfelbeere, die Scheinquitte und die Fruchtrosen.

Das Projekt „Wildfrüchte“ ist eingebettet in das Förderprogramm EIP-AGRI. Ziel der Förderung ist, Innovationen schneller in die landwirtschaftliche Praxis zu bringen. Dazu schließen sich Partner aus Land- und/oder Forstwirtschaft, Forschung, Beratung oder dem verarbeitenden Gewerbe zu so genannten Operationellen Gruppen (OG) zusammen. Das Besondere an dem Förderprogramm: Die Möglichkeit des Scheiterns wird bewusst berücksichtigt. „Sofern eine erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens nicht mehr möglich erscheint, haben die Projektpartner deshalb jederzeit die Möglichkeit, einen Teil des Vorhabens oder auch das Projekt insgesamt zu beenden – und das sanktionsfrei“, erklärte der Minister.

Im Gegenzug – und das ist in diesem Umfang neu –, wird die OG dazu verpflichtet, ihre Ergebnisse zu publizieren und sich in ein europaweites Netzwerk der OG einzubringen. „Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass sich positive, aber auch negative Erkenntnisse und Erfahrungen schneller verbreiten.“, erklärte Dr. Backhaus.

Insgesamt stehen 5,3 Mio. € in dem neuen Förderprogramm bereit.

Nr.220/2016 | 28.06.2016 | LU | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz