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14.12.2017

Erwin-Bernien-Erinnerungstafel

2017 Erwin Bernien Schautafel
Reinhard Heißner, Bürgermeister Mach und Jürgen Bernien (vlnr.) tauschen Erinnerungen an Erwin Bernien aus ©

Es ist jetzt gut ein Jahr her, dass der Sportkomplex an der Techentiner Straße in „Sportkomplex Erwin Bernien“ umbenannt wurde. Ältere Ludwigsluster können sich noch sehr gut an den freundlichen, offenen und stets Fahrrad-fahrenden Erwin Bernien erinnern. Jüngere oder auch Ludwigsluster Neubürger, kennen den Namensgeber des Sportforums jedoch nicht.

Wer also war Erwin Bernien? Eine Erinnerungstafel an der Techentiner Straße gibt nun Auskunft. Gestern wurde sie ganz offiziell mit einer kleinen Erinnerungsstunde eingeweiht. Angereist aus Schleswig - Holstein war Sohn Jürgen, der maßgeblich daran beteiligt war, die Lebensdaten und einige Fotografien seines Vaters zusammenzutragen. Auch Reinhard Heißner, Initiator für die Namensgebung, war vor Ort. Gemeinsam mit Bürgermeister Reinhard Mach tauschten sie Erinnerungen an Erwin Bernien aus.

Erwin Bernien war vor allem eine Persönlichkeit, die das sportliche Leben in Ludwigslust prägte. Bereits in jungen Jahren war er sportlich aktiv, als 15-jähriger stand seine Bestmarke in Speerwurf bei 60 m, der Weltrekord damals bei 77,23 m. Bernien absolvierte ein Spezialtraining für die Olympiade 1944, die wegen des Krieges ausfiel. 1941 wurde Erwin Bernien in Rostock Studentenmeister im Säbelfechten. Von 1941 – 1945 war er Soldat, kriegsbedingt musste er sich alle erfrorenen Zehen amputieren lassen, für ihn jedoch kein Grund, sich aus dem Sport zurück zu ziehen.

Erwin Bernien nahm ein Studium zum Lehrer für Sport, Englisch und Geschichte auf und unterrichtete von 1946 bis 1984 an der Erweiterten Oberschule in Ludwigslust. Ab 1948 baute er die Sektionen Geräteturnen und Leichtathletik in Ludwigslust auf. Er war Hauptorganisator von städte- und länderübergreifenden Turnwettkämpfen und Begründer des Ludwigsluster Kürturnens, das von 1951 – 1975 jährlich stattfand.

Erwin Bernien war maßgeblich daran beteiligt, dass sich Ludwigslust seit Anfang der 50er Jahre zu einer Hochburg des Geräteturnens entwickelte. Unter seiner Leitung wurde die Turnmannschaft der weiblichen Jugend 1955 sogar DDR-Meister. Er selbst wurde 1964 mit dem Titel „Verdienter Meister des Sports“ geehrt.  Sylvia Wegener, Büro des Bürgermeisters, 14.12.2017