Ortsteile

Glaisin

  • Einwohner: ca. 340
  • Fläche in ha: 1460
  • Lage: ca. 8 km südwestlich von Ludwigslust
  • Eingemeindung: 01.01.2005
  • eigenes Wappen

Die Gemeinde Glaisin wurde 1282 erstmals urkundlich erwähnt und ist aus einem ursprünglich wendischen Hufendorf hervorgegangen.

An den Ritter Hermann Riebe und seine Burg, die eine der mächtigsten Raubritterburgen Mecklenburg-Schwerins gewesen sein soll, erinnern heute die noch zu erkennende Spuren des Burggrabens. 1298 eroberte und zerstörte ein Heer Heinrich des Löwen nach halbjähriger Belagerung die „Riebeburg“.

Glaisin konnte seine dörfliche Struktur und Bausubstanz weitgehend bewahren. Die Gebäude sind geprägt durch bäuerliche Baukultur, die meist in Backstein- und Raseneisensteinbauweise ausgeführt wurde.

Hervorzuheben sind hierbei insbesondere die gut erhaltenen 3-Seiten-Höfe im Ortskern. Mit Beginn der Dorferneuerung 1992 bot sich für die Gemeinde die Grundlage für eine fachlich ansprechende Umsetzung dorfgerechter gestalterischer Maßnahmen.

Glaisin wurde für seine Leistungen im Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" 1998 auf Landesebene mit dem 1. Platz und auf Bundesebene mit einer der begehrten Goldplaketten ausgezeichnet. Glaisin darf sich damit zu den schönsten Dörfern Deutschlands zählen.

Zur Weltausstellung EXPO 2000 hatte Glaisin das Land Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen des Bund-Länder-Gemeinschaftsprojektes "Dorf 2000 - Beispiele nachhaltiger Landentwicklung" mit dem Projekt "Frauen gestalten ein Dorf" vertreten.

Den baulichen Dorfmittelpunkt bildet der denkmalgerechte, handwerklich renovierte Komplex „Alter Forsthof“ mit Viehhaus, Scheune, Backhaus und Ziehbrunnen. Das 200 Jahre alte Forsthaus ist das Herz- und Schmuckstück des Forsthof-Ensembles. Es wurde mit Hilfe von EU- und Landesförderung aufwändig restauriert und beherbergt heute das Holunder-Café und den Hochzeitshof Glaisin.

Mehrere soziale und kulturelle Einrichtungen der Gemeinde halten zahlreiche Angebote bereit. So bietet das "Haus der vier Jahreszeiten" als Begegnungsstätte für Jung und Alt verschiedene Möglichkeiten einer individuellen Freizeitgestaltung. Spinnen, Basteln, Seidenmalerei, aber auch das Erlernen der plattdeutschen Sprache stehen hier auf dem Programm. Ebenso befindet sich der Sitz des Kreislandfrauenvereins in diesem Haus.

Das besondere Engagement der Glaisiner gilt der Jugend. Ein Jugendtreff steht allen Kindern und Jugendlichen offen.

Glaisin ist ein Dorf mit reger Vereinstätigkeit. Der Sport- und Schützenverein lädt jährlich zum Schützenfest ein und ist Organisator von Fußballpokalturnieren. Das kulturelle Leben der Gemeinde wird bereichert durch den hier ansässigen Kreislandfrauen-Verein sowie dem Chor der sangesfreudigen Landfrauen und die Veranstaltungen der kirchlichen Frauenkreise. Die Freiwillige Feuerwehr Glaisins ist nicht nur Garant für einen sicheren Brandschutz im Ort, die Kameraden beteiligen sich aktiv an Leistungsvergleichen und bei der Durchführung von Dorffesten.

Kreativität zeigt das Dorf auf seinem Weg zum Dorftourismus und bietet beste Voraussetzungen für Urlaub im ländlichen Raum. Mehrere Ferienwohnungen und eine Pension ermöglichen den Gästen einen angenehmen Aufenthalt in Glaisin. Das Umland lädt ein zu ausgedehnten Fuß- und Radwanderungen durch unberührte Natur. Interessante Reitwege stehen zur Verfügung.

Wirtschaftlich ist das Dorf vor allem durch die Landwirtschaft geprägt, es gibt Dienstleister in den Bereichen Physiotherapie, Handwerk, Gastronomie und Bau.

Sehenswürdigkeiten

  • denkmalgeschütztes Forsthofensemble Glaisin mit eingeschossigem Fachwerkbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und bemerkenswertem Backhaus aus Raseneisenstein
  • Johannes –Gillhoff - Stuv
  • Wall einer ehemaligen Raubritterburg
  • gut erhaltene 3-Seiten-Höfe im Dorfkern
  • Hügelgrab aus der Bronzezeit in Glaisin
  • Gedenkstein für die Gefallenen der beiden Weltkriege