Ortsteile

Techentin

  • Einwohner:1.844
  • Fläche: 1253,32 ha
  • Eingemeindung: 01.10.1972 mit damals 1.080 Einwohnern, seit 2017 eigener Ortsteil
  • Lage: westlich von Ludwigslust, grenzt direkt an das Stadtgebiet von Ludwigslust

Techentin heute wird von den Einwohner besonders wegen der Möglichkeiten der individuellen Wohnbebauung geschätzt und der Nähe zur Stadt Ludwigslust. Techentin bietet seinen Bewohnern Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf, eine Grundschule sowie die Möglichkeit der Kinderbetreuung in der Kindereinrichtung.

Eine bedeutende Entwicklung nahm Techentin nach 1990 durch die Erschließung zum Gewerbestandort. Eine Vielzahl von Unternehmen hat sich hier neu angesiedelt bzw. ihren alten Standort im Ludwigsluster Stadtgebiet aufgegeben und im Techentiner Gewerbegebiet neu errichtet.

Bekannt ist Techentin vor allem oder besser besonders wegen der Aktivitäten des 1958 erstmalig agierenden TechentinerCarnevals. Jedes Jahr zur Faschingszeit zieht es viele Zuschauer nach Techentin, um am närrischen Treiben teil zu haben.

Aus der Geschichte von Techentin

Der Name des Dorfes soll mit dem altslawischen Wort „teche“ zusammenhängen, was soviel heißt wie „Trost“. Techentin würde also „Ort des Trostes“ bedeuten.

Seinem Namen nach ist Techentin eine alte wendische Gründung. Man glaubte diese Vermutung bestätigt durch die Dorflage, die die Form eines Rundlings hatte.Die Wenden sind um das Jahr 500 nach der Völkerwanderung in das Gebiet zwischen Elbe und Oder eingedrungen, die Germanen zwischen 1100 und 1300 nach Mecklenburg zurück gesiedelt. Besonders aber im 16. Jahrhundert treten in Techentin jedoch auch besonders slawische Familiennamen hervor. Somit ist die Frage nach dem Ursprung des Dorfes bisher nicht exakt geklärt. Techentin bei Ludwigslust wird seit 1525 urkundlich erwähnt.

Aus den Schicksalstagen des Dorfes Techentin treten besonders die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges hervor. Dieser Krieg hat das Gebiet seit 1627 entsetzlich verheert. Die Dörfer Niendorf, Laasch und Techentin standen am Ende des Jahres 1637 verödet und verlassen. Techentin lag sogar zur Hälfte in Asche. Ein Teil der Bewohner hatte sich nach Hamburg, Lübeck und Holstein geflüchtet, der größte Teil war aber vor Hunger und Seuchen umgekommen. Nur ein kleiner Teil der Bewohner hatte bei ewiger Angst, Sorge und Not in verfallenen Häusern oder im Walde sich kümmerlich am Leben erhalten. Nicht einmal das gerettete Vieh verblieb den Menschen. Da es im Freien gehalten werden musste, wurde es meist von herumstreifenden Wölfen zerrissen und geraubt.

In Techentin wurde 1835 die Schule erbaut. Um das Jahr 1900 erhielt dieses Schulhaus einen Anbau mit einem Klassenraum. Etwa 1855 entstand die heutige Schule mit einem Strohdach.

Verzeichnet sind: 1817 – 22 Halbhufner, 25 Büdner, Schule 1837 – 22 Halbhufner, 38 Büdner, 2 Schulen, Schmiede 1930 – 22 Erbhöfe, 42 Büdner, 82 Häusler, 2 Schulen, Schmiede, 2 Krüge 1939 – 20 Erbhöfe, 40 Büdner, 105 Häusler, 2 Schulen, Schmiede, 2 Krüge, Wind- und Motormühle

Die Bevölkerung setzte sich vor 1945 aus ungefähr 20 Bauern, zahlreichen Büdnern und Häuslern, Handwerkern und Arbeitern zusammen. Handwerker waren vorwiegend Tischler, Stellmacher, Schmiede, Schlosser, Maurer, Bäcker und Friseure. Die Arbeitsplätze der Arbeiter lagen vorwiegend in Ludwigslust in der Fleischwarenfabrik und in Neustadt-Glewe im Lederwerk oder auf dem Flugplatz. Nach 1950 wurde eine LPG gegründet. Die LPG „Einigkeit“ schloss sich zum Typ 3 zusammen und bewirtschaftete etwa 38 % der Landwirtschaftlichen Nutzfläche. Einige Jahre später schlossen sich die übrigen Bauern zur LPG Typ 1 zusammenLPG „Wiesengrund“.

Schon 1936 beantragt die Landesplanungsstelle beim Staatministerium in Schwerin die Eingemeindung Techentins in die Stadt Ludwigslust. Trotz Einwilligung der Ludwigsluster Stadtväter lehnt der damalige Landrat den Antrag ab. Diese erfolgte erst 36 Jahre später am 1. Oktober 1972.

Techentin war kein eigener Ortsteil, hat sich aber über die Jahre hinweg eine eigene Identität bewahrt. Fragte man einen Ludwigsluster, der im Gebiet des ehemaligen Dorfes Techentin zu Hause war wo er lebt, dann antwortet er: "Ich wohne in Techentin".

Im Jahr 2017 dann gab es einen Beschluss der Stadtvertretung, Techentin als eigenständigen Ortsteil im Sinne der Hauptsatzung zu behandeln.