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21.08.2020

Borkenkäfer auf dem Vormarsch

Nachhaltigkeit der Forstbewirtschaftung noch im Gleichgewicht

Borkenkäfer (4)
K.-A. Ihde macht sich ein Bild vom aktuellen Holzeinschlag. Mit dem Harvester holt Andy Singer (rechts) die geschädigten Bäume vom Stamm © Stadt Ludwigslust, SW

Die Trockenheit der vergangenen Jahre lässt die Ausbreitung des Borkenkäfers in ganz Mecklenburg-Vorpommern immer schneller voranschreiten. „Auch die Ludwigsluster Forstflächen sind davon massiv bedroht,“ so K.-A. Ihde von der Stadtverwaltung. „Besonders betroffen sind Flächen im Schloßgarten. Dort sind die Fichtenbestände von dem Kupferstecher, einer Borkenkäferart, massiv bedroht“.

Die Stadt Ludwigslust bewirtschaftet insgesamt etwa 670 ha Waldfläche, davon sind im Schloßgarten ca. 3,5 bis 4 ha Fichtenfläche stark befallen. Da der Borkenkäfer seine Brutsysteme in der Rinde der Wirtsbäume anlegt, wird der Befall vor allem an gelöster Rinde, an den Bohrlöchern und an Bohrmehl rund um den Stammfuß sichtbar. Im schlimmsten Fall sind die Bäume bereits abgestorben, trockene Kronen geben darüber traurige Auskunft.

Die Wälder leiden vor allem darunter, dass in tieferen Bodenschichten zu wenig Wasser ist. Die Trockenheit der vergangenen Jahre haben den Waldboden austrocknen lassen, die Regenfälle dieses Sommers kommen gar nicht in den unteren Bodenschichten an. Die Bäume, durch die Vorjahre bereits vorgeschädigt und geschwächt, sind besonders anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer.

Gegenmaßnahmen gibt es kaum. Es gilt, kranke und tote Bäume aus dem Bestand auszuräumen und so der Verbreitung des Borkenkäfers Einhalt zu gebieten. „Den Holzeinschlag führen wir mit Hilfe des Forstamtes in Selbstwerbung durch. Die geschlagenen Bäume müssen schnell aus dem Waldbestand abgefahren werden, damit die Schädlinge sich nicht weiterverbreiten können,“ gibt K.-A. Ihde Auskunft.

Mittlerweile ist es schwer geworden, die Nachhaltigkeit der Forstbewirtschaftung zu gewährleisten. Es darf entsprechend der gesetzlichen Richtlinien nicht mehr abgeholzt werden, als nachwächst. In einem Programm zur Walddatenspeicherung werden über das Forstamt sämtliche Daten zum gegenwärtigen Holzvorrat aufgezeichnet. Der Zuwachs aber auch der Abgang, sei es durch Unwetterschäden oder Abholzung, werden erfasst. Ziel ist es, die 10-Jahres-Bilanz ausgeglichen zu halten. „Noch schaffen wir das gerade so, aber viel mehr Ausfälle können wir uns nicht leisten,“ mahnt K.-A. Ihde. Sylvia Wegener, Büro des Bürgermeisters, 19.08.2020