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15.11.2018

Vom Umgang mit dem Unbekannten

Weiterbildung für Ludwigsluster Erzieherinnen

Kultursensible Elternarbeit
Josephine Rogge (2.v.r) und weitere Lehrgangsteilnehmer konnten viele neue Anregungen mitnehmen © Stadt Ludwigslust, SW

Seit in Ludwigslust die Anzahl der Familien gestiegen ist, die einen uns fremden kulturellen Hintergrund haben, sind auch die Erzieherinnen und Erzieher der örtlichen Kitas vor neue Herausforderungen gestellt: sprachlichen Hürden und unbekannte Gewohnheiten auf beiden Seiten und oftmals auch Vorbehalte gegenüber den Familien, die erst seit kurzem in Deutschland leben.

Für die Stadt Ludwigslust war dies Anlass genug, um die pädagogischen Fachkräfte mit einem zielgerichteten Fortbildungsangebot zu unterstützen. „Kultursensible Elternarbeit“ so hieß das Seminar, dass insgesamt 10 Ludwigsluster Erzieherinnen und 1 Erzieher besuchten, davon allein 7 aus städtischen Einrichtungen.

In Zusammenarbeit mit Antonie Armbruster-Petersen vom Forum ZFD, wurde das IQ Netzwerk MV, das beim Verbund für Soziale Projekte in Schwerin ansässig ist, beauftragt, eine entsprechende Weiterbildung anzubieten. Seit  April dieses Jahres beschäftigten sie sich mit Themen wie Migration und Kultur, einfacher Sprache und den bewussten Umgang mit Vorurteilen und Stereotypen.

Dem Trainerpaar Kathleen Löpke und Felix Block war es besonders wichtig, die Inhalte mit der täglichen Arbeit der Pädagogen zu verknüpfen. Dazu arbeitete die Gruppe an selbst erlebten Situationen, übte sich im Perspektivwechsel und erhielt Anregungen, wie gesellschaftliche Vielfalt in der Kita gelebt werden kann.

Vor wenigen Tagen ging nun diese Weiterbildung zu Ende. Für Josefine Rogge, Leiterin der Kita Kummer, war es eine ganz besondere Erfahrung. „Die Fortbildung hat mir persönlich gezeigt, dass man zum einen nichts falsch machen kann im Umgang mit seinen Mitmenschen. Wir haben Grundkenntnisse gewinnen können, um vermeintliche Hemmungen abzubauen. Durch die Sensibilisierung zu diesem Thema haben wir ein Gefühl dafür bekommen, wie wir in unserem alltäglichen Leben Vorurteilen und Stereotypen begegnen können.“

Nach dieser Fortbildung fühlen sich die Teilnehmer in ihren Kompetenzen gestärkt und sind selbst sehr gespannt, wie sie nun mit einem anderen Blick die Herausforderungen im täglichen Alltag meistern werden.

Im Laufe der Weiterbildung wurden sie vor allem darin bestärkt, dass es immens wichtig ist, seine Erwartungen dem Gegenüber mitzuteilen. Ängste, Wünsche und Anregungen offen zu äußern, sollte fester Bestandteil der Gesprächskultur sein.

Josephine Rogge ergänzt: „Durch die vielen praktischen Spiele, Bücher und die Fallbeispiele achtet man viel feinfühliger auf seine Umwelt. Und dies ist nicht nur im Arbeitsleben wichtig. Die Fortbildung „Kultursensible Elternarbeit“ hat mir viele Anstöße gegeben, nun ist es ein stetiger Prozess, das Kennengelernte umzusetzen.“ Sylvia Wegener, Büro des Bürgermeisters, 15.11.2018