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19.11.2020

Kaplunger-Skulptur im neuen Glanz

Löwe und Schaf tragen nun wieder eine Sonnenuhr

Sonnenuhr SW (20)
© Stadt Ludwigslust, SW

Aufmerksame Beobachter haben in den Herbstmonaten einen Bauzaun um die Kaplunger-Skulptur am Bassin bemerkt. Seit einigen Tagen nun ist der Zaun weg. Kaum sichtbar, was sich dort verändert hat. Umso mehr lohnt es sich, die Skulptur einmal näher zu betrachten. 

Die Restaurierung und Konservierung der Kaplunger-Skulptur ist Teil des Gesamtprojektes Kirchenplatz/Bassin. Es wurden Algen, Flechten, Gipskrusten und Gipsausblühungen entfernt, Ausbrüche und Fehlstellen geschlossen. Neben diesen Arbeiten wurde auch die Sonnenuhr, die sich ursprünglich auf der Skulptur befand, nachgebildet. 

Die Sonnenuhr ist vermutlich in den 1950er Jahren verlustig gegangen. Originalaufnahmen oder -zeichnungen der Sonnenuhr ließen sich trotz intensiver Suche nicht mehr finden. Ein Bildnachweis stammt aus dem Jahr 1899, auch private Fotoaufnahmen einer Ludwigslusterin aus den Jahren 1920-40 belegen die Sonnenuhr. Allerdings weisen beide Abbildungen Abweichungen voneinander auf. Danach handelt es sich nicht um die gleichen Objekte. Diese Belege wurden jedoch für die Entwicklung der neuen Sonnenuhr als Grundlage genommen. Dabei arbeiteten die Stadt Ludwigslust, die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim und die Restauratorin Paula Kropius aus Heiligengrabe eng zusammen. Reinhard Heißner, profunder Kenner der Ludwigsluster Stadtgeschichte, und der Kirchenverein Bützow halfen bei der Klärung des Aussehens der Sonnenuhr sowie deren Ausrichtung. 

Die Rekonstruktion der Sonnenuhr ist somit keine Kopie eines der Belegbeispiele, sondern nimmt wesentliche Grundformen auf, u.a. die Plattenform, die Zeigerform und das Material. Steinmetzmeister Guido Pohlmann aus Wittstock-Dosse übernahm die Aufgabe, die Sonnenuhr anzufertigen. Die Kosten in Höhe von 10T Euro wurden aus Mitteln der Städtebauförderung sowie aus Eigenmitteln der Stadt finanziert. 

Nun hat Ludwigslust eine kleine Attraktion mehr. Allerdings bieten die grauen Novembertage wenig Möglichkeit, sich von der Funktionsfähigkeit der Sonnenuhr zu überzeugen. Eine offizielle Übergabe der Sonnenuhr an die Öffentlichkeit konnte wegen der Corona-Situation nicht stattfinden, sie wird im Frühling, wenn die Sonne wieder höher steht, auf alle Fälle nachgeholt. Bis dahin haben Neugierige schon immer mal die Möglichkeit, an einem schönen Sonnentag die Sonnenuhr aus der Nähe zu betrachten.