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30.04.2020

Wie läuft´s ... ?

Erste Erfahrungen nach Lockerung der Corona-Maßnahmen

Händewaschen
Regelmäßiges Händewaschen wird auch von kleinen Kindern schnell gelernt © Stadt Ludwigslust, SW

Wie läuft´s … in der Stadtbibliothek?

Die Stadtbibliothek ist eine der ersten Einrichtungen, die ihren Betrieb wiederaufnehmen konnte und das schon vor dem 27. April. Bereits am Donnerstag davor öffnete sie zu den gewohnten Zeiten. Manuela Gawlick, Bibliothekarin: „Unsere Leser freuten sich über die Wiedereröffnung, auch wenn wir noch lange keinen normalen Geschäftsbetrieb haben. Aber die Maßnahmen zum Schutz unserer Leser wurden einsichtig und verständnisvoll angenommen.“ 

So ist die Besucherzahl auf fünf Personen begrenzt. Zugang ist nur mit den Bibliothekskörben, die am hinteren Eingang des Rathauses stehen, gestattet. Nach jeder Benutzung werden die Körbe desinfiziert. Sind keine Körbe mehr vorhanden sind, heißt es für die Besucher - Warten. Um den nötigen Abstand zu halten, dienen gelb-schwarze Markierungen als Orientierung. 

„Beim Besuch der Bibliothek gilt die Maskenpflicht. Aber auch diese Regelung wird von unseren Lesern sehr begrüßt,“ so Manuela Gawlick. Zum Schutz des Personals erfolgt die Verbuchung nun hinter einer Plexiglasscheibe und mit Handschuhen. 

Die Benutzung der Spielekonsolen ist gegenwärtig nicht möglich. Maximal 1 Erwachsener und 2 Kinder dürfen sich nur gleichzeitig in dem Bereich der Kinderbibliothek aufhalten. 

Trotz der Einschränkungen nutzen viele Leser die Angebote der Bibliothek, so wurden in den ersten Tagen Besucherzahlen von 70 – 120 Personen gezählt. Das ist fast mehr, als noch vor der Schließung. Der Hunger nach Literatur ist groß. Manuela Gawlick möchte alle Nutzer daran erinnern, dass die Medien, die in der Corona-Sperre fällig waren durch die Bibliothek automatisch verlängert wurden.

Im Laufe des Monats Mai aber sollen die Medien wieder zurückgegeben werden. Bis Ende Mai werden wir auch keine Säumniszuschläge berechnen.“

Wie läuft´s … in den städtischen Kitas?

Am Montag wurden die strikten Anordnungen in der Corona-Krise durch Anweisung der Landesregierung ein wenig gelockert. Ein kleines Stück in Richtung Normalität. In den Kitas wurde die Notbetreuung erweitert, die Schulen haben den Unterricht für die Prüfungsklassen aufgenommen und die Bibliothek ist wieder geöffnet. Aber von der Normalität, so wie wir sie kennen, sind wir noch weit entfernt. Wie also läuft es in den Einrichtungen.

Die Kindereinrichtungen haben die Notfallbetreuung ausgeweitet. Eltern, die in weiteren wichtigen Berufen arbeiten, dürfen ihre Kinder wieder in die Betreuung geben. In normalen Zeiten werden etwa 560 Kinder in den städtischen Einrichtungen und etwa 400 Kinder in den Einrichtungen der freien Träger betreut. Nach den Lockerungen werden nun 95 Kinder von ihren Eltern in die städtischen Einrichtungen gebracht. Die Einrichtungen der freien Träger betreuen 72 Kinder. Voraussetzung für die Betreuung ist vor allem die Bestätigung des Arbeitgebers zur Unabkömmlichkeit des Arbeitnehmers

Beate Müller, Fachbereichsleiterin Bildung und Soziales bei der Stadt Ludwigslust erläutert die Situation: „In den kommunalen Kitas besteht keine Maskenpflicht, einige Erzieher tragen sie trotzdem. Die Gruppengröße wurde in Abhängigkeit vom Alter der Kinder auf 5 – 10 Kinder reduziert. So sind insgesamt 47 Erzieherinnen täglich im Einsatz, Erzieherinnen, die zur sog. Risikogruppe gehören, arbeiten weiterhin im Homeoffice.“

In der Kita Gillhoff z.B. gibt es im Krippen- und im Kindergartenbereich jeweils drei Gruppen, die von zwei festen Erzieherinnen betreut werden. Diese sichern die Betreuung im Schichtdienst von morgens um 6 bis abends 18 Uhr. Die Kinder in der Notbetreuung haben ausschließlich mit diesen zwei Erzieherinnen Kontakt.

Ziel und Herzensangelegenheit ist es, den Kindern einen relativ normalen Kita-Tag zu ermöglichen, auch wenn verstärkt Hygiene- und Verhaltensregeln einzuhalten und gemeinsam mit den Kindern umzusetzen sind. So sind Lösungen gefunden worden, dass die Eltern nicht ins Haus kommen. Für die Kinder wird Händewaschen zur obersten Pflicht: morgens gleich nach Betreten der Einrichtung, zwischendurch und beim Verlassen der Einrichtung.

Türklinken, Handläufe und Spielzeug werden regelmäßig desinfiziert, alle zwei Stunden werden die Gruppenräume gut durchgelüftet.

Die Gruppen nutzen natürlich das derzeit gute Wetter, um viel mit den Kindern an der frischen Luft zu sein. Der neugestaltete Spielplatz der Kita Gillhoff lädt zum Spielen ein, aber auch hier heißt es: Abstand halten, die einzelnen Gruppen durchmischen sich nicht und kommen nicht zusammen.

Und die Eltern? „Die sind bisher sehr verständnisvoll und hoffen doch auf eine baldige Besserung der Situation“, so Beate Müller.

Wie läuft´s … in der Lenné-Schule?

An der Lennéschule hat der Unterricht wieder begonnen. Seit dem 27. April sind die Schüler der Prüfungsklassen, also der 10. Klasse wieder im Präsenzunterricht. 

Bis zur Wiederaufnahme des Unterrichts galt es, einige Vorbereitungen zu treffen. In den Klassenräumen wurden die Tische auf Sicherheitsabstand gestellt, in jedem Raum gibt es Waschbecken, Seife und Papierhandtücher. 

Antje Zachow, Schulleiterin: „Wir fühlen uns durch das Bildungsministerium und das Staatliche Schulamt gut informiert. Auch danken wir der Stadt Ludwigslust und dem Kommunalservice Mecklenburg KSM für die Einrichtung der Dienst-E-Mail für unsere Kollegen. Dadurch konnte die schulinterne Kommunikation erheblich vereinfacht werden.“ Aber auch die Kommunikation mit den Elternhäusern ist in dieser Zeit immens wichtig. Sie erfolgt über mehrere Kanäle, über E-Mail, Homepage, Telefon und per Post. 

Für den Unterricht der 10. Klassen wurden nun jeweils drei Klassengruppen gebildet. Jeder Gruppe ist ein Unterrichtsraum zugewiesen. Es wechseln die Lehrer, nicht die Schüler. Für die Zehntklässler wurde ein besonderer Unterrichtsplan ausgearbeitet. Die prüfungsrelevanten Fächer Deutsch, Englisch und Mathe stehen auf dem Plan. Die Schüler sind mit dem Unterrichtsplan zufrieden und „sie sehen die Regeln ein und halten sich daran. Wer auf dem Flur ist, trägt Mundschutz,“ so Antje Zachow. Klassenleiter-Informations- und Belehrungsstunde werden bei Bedarf zeitlich versetzt durchgeführt. Das großzügige Atrium der Schule bietet hier gute Voraussetzungen.

Für die Prüfungen jedoch werden die Schüler in die Turnhalle gehen. Ab dem 11. Mai müssen sie beweisen, was sie in Deutsch, Englisch und Mathe gelernt haben.

Sylvia Wegener, Büro des Bürgermeisters, 30.04.2020