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13.12.2019

Verantwortung für den Wald als Lebensgrundlage und Lebensraum

670 Hektar Stadtwald und 6.800 Straßenbäume

Stadtwald (6)
Wiederaufforstung als wichtige Aufgabe © Stadt Ludwigslust, SW

Der Ludwigsluster Stadtwald hat eine Größe von 670 ha, davon sind 314 ha mit Kiefern bewachsen, 53 ha mit Eichen, je 18 ha mit Lärchen und Fichten und 15 ha sind mit Buchen bewachsen. Auf 145 ha gibt es Laubhölzer mit geringer Lebensdauer (z.B. Birken, Pappeln und Weiden) und auf 20 ha gibt es Laubhölzer mit einer langen Lebensdauer (z.B. Ahorn und Esche). Der Stadtwald außerdem umfasst 4 Eigenjagden mit 3 Pächtern.

Das Waldgesetz von Mecklenburg – Vorpommern definiert den Wald als Naturreichtum unseres Landes. Er prägt unsere Landschaft und ist unverzichtbare Lebensgrundlage der Menschen und gleichzeitig Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Er ist wegen seines wirtschaftlichen Nutzens und seiner Bedeutung für die Umwelt zu erhalten und zu vermehren.

Es ist unser aller Aufgabe, den Wald zu schützen und in seiner Funktions- und Ertragsfähigkeit zu erhalten. Diese Aufgabe ist per Gesetz den Waldbesitzern zugewiesen.

Die Stadt Ludwigslust kommt ihrer Verantwortung für den Stadtwald durch eine Vielzahl von Maßnahmen nach. Dazu gehören in erster Linie die Bestandspflege, der Forst- und Brandschutz, Holzeinschläge und Wiederaufforstungen. Aber auch die Betreuung unbestockter Flächen, z.B. der Heideflächen ist Teil des Aufgabenspektrums. Nicht zuletzt stehen auch Aufgaben der Umweltbildung und der Naherholung mit auf dem Programm

Neben dem Waldgesetz MV bilden das Forsteinrichtungswerk der Stadt Ludwigslust 2016 – 2025 und das Betriebskonzept für einen 10-jährigen Bewirtschaftungsraum die eigentliche Arbeitsgrundlage.

Eine naturnahe Waldbewirtschaftung zur Erzielung von nachhaltigen Erträgen und der Schaffung stabiler und vitaler Waldbestände ist Ziel aller Maßnahmen. Dabei werden vor allem geeignete Möglichkeiten der natürlichen Verjüngung genutzt. Der Schutz des Stadtwaldes erfolgt vorrangig durch mechanische und biologische Maßnahmen.

Gegenwärtig besteht die größte Herausforderung bei der Pflege des Stadtwaldes und dem Umgang mit Baumschäden. Die Schäden durch Windwurf, Trockenheit und Käfer sind immens hoch. Allein in diesem Jahr wurde bereits so viel Schadholz entnommen, wie üblicherweise als Schnittmenge für ein ganzes Jahr vorgesehen ist.

Es wird mit Hochdruck an der Schadholzbeseitigung gearbeitet und Vorbereitungen zur Wiederaufforstung getroffen. Dabei gilt es, soweit wie möglich auch Fördermittel in Anspruch zu nehmen.

Besonders schwierig ist die Situation im Heldenhain. Von den 9 ha Gesamtfläche, auf der vorrangig Eichen und Buchen wachsen, müssen etwa 4 ha als Schadensfläche einstuft werden. Als Ursache ist hier die extreme Trockenheit der letzten zwei Jahre anzusehen. Weiterhin sind 70 % der ohnehin trockengeschädigten Buchen als Folgeschaden vom Buchenschleimfluss befallen. Um den Werteverlust so gering wie möglich zu halten, werden seit Mitte November 40 % der befallenen Buchen eingeschlagen. Bei den Eichen sind die Schäden geringfügiger, jedoch schon erkennbar.

Zur Behebung der Schäden hat die Stadt Ludwigslust im Heldenhain Maßnahmen zur Naturverjüngung eingeleitet. Auf dem Gesamtgebiet des Stadtwaldes wurden im Frühjahr 2019 insgesamt 4,5 ha wieder aufgeforstet. Für das Jahr 2020 sind 14,5 ha in der Vorbereitung, für 12,5 ha können Fördermittel in Anspruch genommen werden.

Aber nicht nur für die Forst, auch für die Straßenbäume und das Straßenbegleitgrün hat der Gesetzgeber die Verantwortung in die Hände des Eigentümers gelegt. Ludwigslust verfügt über einen Gesamtbestand von 6.800 Straßenbäume, davon befinden sich 85 % entlang öffentlicher Straßen.

Entsprechend gesetzlicher Vorgaben sind durch die Stadt alle Altbäume in einem regelmäßigen Zyklus einer Kontrolle zu unterziehen. Allein in Ludwigslust sind das 5.800 Bäume, die über 15 Jahre alt und somit den Altbäumen zugerechnet werden.

Bei dieser Kontrolle, die eine visuellen Inaugenscheinnahme ist, werden die Grunddaten erfasst und der Handlungsbedarf an Stamm, Stammfuß, in der Krone und dem Baumumfeld erfasst. Im Ergebnis werden baumpflegerische Maßnahmen festgelegt. Dafür stellt die Stadt jährliche Finanzmittel in Höhe von 100 – 120 T € zur Verfügung. Zahlreiche Maßnahmen werden an Drittfirmen vergeben. Viele Maßnahmen jedoch, wie z.B. die Jungbaumpflege, übernimmt der städtische Betriebshof mit seinen Mitarbeitern. Sylvia Wegener/K.-A. Ihde