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27.01.2020

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Nie wieder Holocaust

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© Stadt Ludwigslust, SW

Seit 1996 wird der 27. Januar als Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus begangen. 2005 erklärten die Vereinten Nationen diesen Tag zugleich zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Im Jahre 1945 wurde am 27. Januar das KZ Auschwitz durch die Soldaten der Roten Armee befreit. Das ist jetzt 75 Jahre her, eine Erinnerung an die Greueltaten des nationalsozialistischen Systems ist dringender denn je. 

Der Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust – Parchim e.V. und sein Beirat haben bereits am 26. Januar zu einer Gedenkveranstaltung eingeladen. Zahlreiche Bürger und Kommunalpolitiker aus Ludwigslust und aus dem Landkreis sind dieser Einladung gefolgt.

Bürgermeister Reinhard Mach erinnerte in seiner Gedenkrede nicht nur an die Menschen, die im KZ Auschwitz vernichtet wurden, er erinnerte auch an die Menschen, die im KZ Wöbbelin verhungert oder an Entkräftung und an Krankheiten gestorben sind. 200 der Opfer wurden im Mai 1945 in Ludwigslust beigesetzt. Nach amerikanischen Willen genau im Herzen der Stadt, zum ewigen Gedenken an die Greueltaten.

Reinhard Mach machte deutlich, dass sich ein Staat nur zu einer solchen Bestie entwickeln konnte, weil die Menschen weggesehen und sich nicht dagegen aufgelehnt haben. Angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen und mit Blick auf den Altersdurchschnitt der Anwesenden wünscht er sich vor allem, dass viel mehr junge Menschen mit diesem Thema konfrontiert werden. Dafür setzt sich die Stadt Ludwigslust aktiv ein.

Bereits seit fünf Jahren arbeitet die Stadt mit der Konfliktberatung des Forums Ziviler Friedensdienst zusammen, im Integrationsbeirat arbeiten Menschen verschiedener Herkunft und 2018 hat die Stadt Ludwigslust ihr „Leitbild“ in den Mittelpunkt des Handelns gerückt. Es ist erklärtes Ziel der Stadt, alles zu tun gegen Fremdenfeindlichkeit und für den Erhalt der Demokratie. Reinhard Mach schätzt ein: „Wir sind auf einem guten Weg“.

Vor einer anschließenden Gedenkminute legten die Anwesenden Blumen nieder und verneigten sich vor den Opfern. 

„Das Leben kann man nur rückwärts verstehen, leben aber muss man es vorwärts“
Gyula Trebitsch - Buchlesung

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung luden die Stadt Ludwigslust und der Verein Mahn- und Gedenkstätten zu einer Buchlesung in das Rathaus.

Ramona Ramsenthaler, Vorsitzende des Vereins Mahn- und Gedenkstätten wandte sich in ihrer Begrüßung an die Anwesenden: „Geschichte wird begriffen, wenn wir sie an Menschen festmachen.“ So stand das Leben und Wirken des Prof. Gyula Trebisch in Blickpunkt dieser Veranstaltung. Der gebürtige Ungar Gyula Trebitsch, Förderer der Mahn- und Gedenkstätten und anerkannter Filmemachen, hat Auschwitz und andere Lager überlebt. Nach der Befreiung aus dem KZ Wöbbelin ging er nicht nach Ungern zurück, sondern blieb in Deutschland und widmete sich dem Filmemachen.

Seine Tochter Katharina Trebitsch erzählte den Anwesenden Geschichten aus dem Leben ihres Vaters und ließ die Anwesenden auch anhand von Bildern daran teilhaben. Zum Abschluss signierte sie das Buch „Gyula Trebitsch“, welches vom Verlag Ellert & Richter herausgegeben wurde.

Das Buch „Gyula Trebisch“ ist für einen Preis von 10,00 € in der Stadtbibliothek Ludwigslust käuflich zu erwerben. Die Einnahmen werden von Familie Trebitsch für die Bildungsarbeit der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin gespendet.